Wahlk(r)ampf 2 - business as usual (20090609)
Manches ist so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Z. B. Reaktionen gewisser Politiker:
Ich konnte mir dann eine kleine Reaktion in Form eines elektronischen Briefchens doch nicht verkneifen:
Sehr geehrter Herr Thießen,
in der Welt -Online vom 09.06.2009 bin ich auf eine Ihnen zugeschriebene Aussage über eine Wahlpflicht bzw. dazugehöriges Strafgeld gestoßen. Ich habe mir daraufhin zwecks näherer Information Ihren Internetauftritt zu Gemüte geführt und zu meinem Bedauern festgestellt, daß gewisse Vorurteile von mir wieder einmal zur Gänze bestätigt sind. Ich verstehe natürlich voll und ganz, daß es bedeutend einfacher ist, mal wieder das "unmündige Stimmvieh" welches einmal mehr nichts verstanden hat vorzuführen, aber vielleicht sollten Sie und Ihresgleichen sich endlich einmal Gedanken darüber machen, warum Ihre Geldgeber "keine Meinung" haben, zu einer Wahl zu gehen. Es ist ja beileibe nicht nur die Europawahl. Auch auf Länderebene ist die "stärkste politische Kraft" inzwischen der Nichtwähler. Ob es vielleicht daran liegt, daß eine gewisse "Berufsgruppe" bei Dietrich Durchschnitt und Lieschen Müller schon lange nicht mehr "ankommt"? Vielleicht liegt es auch daran, daß ein Gutteil der deutschen Michel unter Demokratie so langsam etwas mehr versteht als nur einmal alle schlapp halben Jahrzehnte ein Kreuz irgendwohin zu malen und danach in Treu und Redlichkeit den Schnabel zu halten? An dieser Stelle ließen sich noch einige ähnliche Fragen stellen, aber darin sehe ich nicht den Zweck dieses Schreibens. Diesen sehe ich vielmehr darin, Sie einmal zum Nachdenken in andere Richtungen anzuregen. Vielleicht sollten Sie einfach einmal damit beginnen, daß Wort "Politiker" auf Ihrer Web-Site durch "Volksvertreter" zu ersetzen? Ich sehe natürlich ein, daß diese Vokabel durch ihre höhere Verständlichkeit beim Wähler mehr Erwartungen weckt, aber irgendwo ist das doch der Zweck der Übung, oder?
Mit freundlichen Grüßen
Norman Oelker
p.s.: Ich bin nicht nur nicht wählen gegangen, ich habe auch meine Wahlbenachrichtigung an den Absender zurückgehen lassen. Interessenten bin ich auch gerne bereit, die Gründe darzulegen.