Weiterbildung oder
Einbildung - oder wie wir in der Schule zu höhren bekamen: Thema
verfehlt! (20070702)
Eine nette und
gutgemeinte Sitte ist in diesem unserem Lande die
Förderung von Arbeitslosen bzgl. ihrer Vermittlungschancen durch
Weiterbildung. Finanziert wird diese here Tat durch die Bundesanstalt
für Arbeit (etwas zynische Mitbürger würden auch behaupten, durch
den Steuerzahler). Nun könnte man mir natürlich vorwerfen, was will
der eigentlich? Besser etwas, als gar nichts. Dem könnte ich
vorbehaltlos zustimmen, wenn da nicht die Finanzierung mit Geldern
wäre, für die gewisse Mitbürger, im Volksmund auch Steuerzahler
genannt, ihre Knochen hingehalten haben. Selbstverständlich wäre auch
nichts dagegen zu sagen, wenn zu einem überwiegenden Prozentsatz für
die Volkswirtschaft etwas dabei herauskäme.
Aber was soll
dabei herauskommen, wenn man Bürokaufleute, ReNo-Fachangestellte,
Außenhandelsfachkräfte und was der Berufsbilder diesbezüglich mehr
sind, von denen wir eigentlich schon genug haben, auf Halde produziert?
Bis bei einem Apparat von der Beweglichkeit der Bundesanstalt für
Arbeit durchgesickert ist, daß gewisse Berufe und Fertigkeiten oder
Kenntnisse nicht mehr in dem einmal benötigten Maße von der
Wirtschaft benötigt werden, ist der Knopf für die Spülung der einmal
bewilligten Gelder bereits gedrückt und die ganze Sache geht Richtung
Gully. Jetzt nur nicht flexibel reagieren und den Verwaltungsaufwand
erhöhen (Obwohl das nicht mehr tragisch wäre, da der sowieso jeder
Beschreibung spottet)! Dann doch lieber als neuesten Gag
Weiterbildungen in sogenannter Modulform avisieren. Kostet Für
Kurzsichtige weniger und bringt gleich zweimal nichts.
Wie
viel einfacher ist es da, in Zukunftsbranchen nach Spezialisten aus
Drittländern zu krähen, anstatt sich einmal ernsthaft um einheimische
Ressourcen zu kümmern. Selbstverständlich wird z.B. im EDV-Bereich
verkündet, daß diese Ressourcen nicht vorhanden wären (Erstaunlich
nur, daß man inzwischen immer mehr IT-Kräfte auf den Fluren des
Arbeitsamtes trifft). Was natürlich nicht verwundert, wenn man als
Programmierer oder Informatiker vor einer diesbezüglichen
Weiterbildung vorher sein Ingenieurs- oder Mathematikstudium absolviert
haben muss. Aber auch das ist typisch im Lande eines Zuckmayers: Nicht
was einer beherscht und leisten kann ist relevant, sondern das, was auf
dem Papier steht.
Man muss sich
auch fragen, wie auch etwas
für unsere Volkswirtschaft positives dabei herauskommen soll, wenn
Leute auf solche Problematiken angesetzt werden, die die Phantasie und
Flexibilität von Bierdeckeln haben und Begriffe - um bei dem EDV -
Beispiel zu bleiben - wie Entwicklungsumgebung womöglich mit dem
Arbeitszimmer eines EDV-Spezialisten gleichsetzen oder bei Vokabeln wie
Compiler darüber sinnen, ob etwas Anzügliches damit gemeint sein
könnte. Leuten, welche sich womöglich noch nie mit Details wie
objektorientierter Programmierung auseinandergesetzt haben, ist
natürlich bei einer solchen Thematik nur schwer klar zu machen, daß
man das Rad nicht jeden Tag neu erfinden muss.