gedanken

 Norman Oelker

 

Einige Ueberlegungen zu diversen Themen

 

 
 
Weiterbildung oder Einbildung - oder wie wir in der Schule zu hoehren bekamen: Thema verfehlt!

Eine nette und gutgemeinte Sitte ist in diesem unserem Lande die Foerderung von Arbeitslosen bzgl. ihrer Vermittlungschancen durch Weiterbildung. Finanziert wird diese here Tat durch die Bundesanstalt fuer Arbeit (etwas zynische Mitbuerger wuerden auch behaupten, durch den Steuerzahler). Nun koennte man mir natuerlich vorwerfen, was will der eigentlich? Besser etwas, als gar nichts. Dem koennte ich vorbehaltlos zustimmen, waere da nicht die Finanzierung mit Geldern waere, fuer die gewisse Mitbuerger, im Volksmund auch Steuerzahler genannt, ihre Knochen hingehalten haben. Selbstverstaendlich waere auch nichts dagegen zu sagen, wenn zu einem ueberwiegenden Prozentsatz fuer die Volkswirtschaft etwas dabei herauskaeme.

Aber was soll dabei herauskommen, wenn man Buerokaufleute, ReNo-Fachangestellte, Aussenhandelsfachkraefte und was der Berufsbilder diesbezueglich mehr sind, von denen wir eigentlich schon genug haben, auf Halde produziert? Bis bei einem Apparat von der Beweglichkeit der Bundesanstalt fuer Arbeit durchgesickert ist, daß gewisse Berufe und Fertigkeiten oder Kenntnisse nicht mehr in dem einmal benoetigten Masse von der Wirtschaft benoetigt werden, ist der Knopf fuer die Spuelung der einmal bewilligten Gelder bereits gedrueckt und die ganze Sache geht Richtung Gully. Jetzt nur nicht flexibel reagieren und den Verwaltungsaufwand erhoehen (Obwohl das nicht mehr tragisch waere, da der sowieso jeder Beschreibung spottet)! Dann doch lieber als neuesten Gag Weiterbildungen in sogenannter Modulform avisieren. Kostet fuer Kurzsichtige weniger und bringt gleich zweimal nichts.

Wie viel einfacher ist es da, in Zukunftsbranchen nach Spezialisten aus Drittlaendern zu kraehen, anstatt sich einmal ernsthaft um einheimische Ressourcen zu kuemmern. Selbstverstaendlich wird z.B. im EDV-Bereich verkuendet, daß diese Ressourcen nicht vorhanden waeren (Erstaunlich nur, daß man inzwischen immer mehr IT-Kraefte auf den Fluren des Arbeitsamtes trifft). Was natuerlich nicht verwundert, wenn man als Programmierer oder Informatiker vor einer diesbezueglichen Weiterbildung vorher sein Ingenieurs- oder Mathematikstudium absolviert haben muss. Aber auch das ist typisch im Lande eines Zuckmayers: Nicht was einer beherscht und leisten kann ist relevant, sondern das, was auf dem Papier steht.

Man muss sich auch fragen, wie auch etwas fuer unsere Volkswirtschaft positives dabei herauskommen soll, wenn Leute auf solche Problematiken angesetzt werden, die die Phantasie und Flexibilitaet von Bierdeckeln haben und Begriffe - um bei dem EDV - Beispiel zu bleiben - wie Entwicklungsumgebung womoeglich mit dem Arbeitszimmer eines EDV-Spezialisten gleichsetzen oder bei Vokabeln wie Compiler darueber sinnen, ob etwas Anzuegliches damit gemeint sein koennte. Leuten, welche sich womoeglich noch nie mit Details wie objektorientierter Programmierung auseinandergesetzt haben, ist natuerlich bei einer solchen Thematik nur schwer klar zu machen, daß man das Rad nicht jeden Tag neu erfinden muss.