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Unwort aus dem Jahr 2000
Ich finde, ein wuerdiger
Preistraeger. Betriebswirtschaftlich schwachsinnig, deutsch voll
daneben. Und erst der intelektuelle Anspruch. Was braucht es mehr.
Meiner Ansicht nach wird sich in spaetestens einem bis maximal zwei
Jahren herausstellen, daß auch der praktische Hintergrund
hinter dieser Wortschoepfung an der Praxis vorbeigeschrammt ist.
Dann naemlich, wenn die Gewerbeanmeldungen sich mit den Abmeldungen
mal wieder die Waage halten werden, sprich die Pleiten die Neugruendungen
aufwiegen. Ich haenge mich hier einmal an einer Verlautbarung auf,
die aus dem Umfeld des Arbeitsamtes kam, wonach die Ich - AG´s
(Herrlich, dieses Deutsch - so etwas lebt, und Goethe musste sterben)
fuer bestehende Unternehmen keine wesentliche Problematik darstellen
werden. Diese wuerden sich mehr im Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe
ansiedeln (Der Spiegel, 4/2003). Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen.
Die momentane Lage - und die wird wohl noch eine Weile so bleiben
- ist ja nur die, daß der normale Verbraucher immer weniger
Reales zum Ausgeben in der Tasche hat und sich dementsprechend bedeckt
haelt. Da ist es natuerlich nur logisch, daß er seine paar
Kroeten in jede Menge Dienstleistungen aller Art und kleine Einzelhaendler
steckt. Und die bestehenden Unternehmen machen es genauso. Ein Einzelhandelssterben
im Kleinbereich hat es uebrigens nie gegeben. Ich frage mich ernsthaft,
ob gewisse Leute eigentlich fuer ihre Weltfremdheit bezahlt werden,
oder fuer die Arbeit, bei der sie ihre Sessel warmhalten.
Und es wird natuerlich auch einmal wieder gefoerdert. Was nicht
gefoerdert wird, ist das betriebswirtschaftliche Denken bei den
bedauernswerten Mitbuergern, die sich auf ein derartiges Wagnis
einlassen. Natuerlich moechte ich hier nicht alles und alle ueber
einen Kamm scheren. Aber wenn man sich gewisse Statistiken ansieht,
kann man schon einmal auf den Gedanken kommen, daß Begriffe
wie Standortanalyse, Kostenrechnung oder betriebliche Kennziffern
etwas ehrenruehriges haben muessen. Aber Hauptsache, ersteinmal
gefoerdert. Drei tolle Jahre. Welch ein Zufall, daß dies auch
die Frist ist, nach der ein noch vorhandener Anspruch auf Arbeitslosenunterstuetzung
ablaeuft. Wenn ich meine zynischen 5-Minuten haette, wuerde ich
sagen, was bei einem finanziell abgesicherten und liquidem Unternehmen
wie einer Ich - AG (habe ich hier eigentlich schon irgendwo das
Wort Einzelkaufmann mit allen seinen rechtlichen Konsequenzen gehoert?)
in zwei Jahren nicht geklappt hat, wird auch in drei Jahren nicht
klappen. Mir kommt das eher vor, als haette da jemand die Hoffnung,
ein paar Vergessliche auf ihre Kosten aus einer bestimmten Statistik
zu kippen. Ich kann jedem Interessierten nur raten, eine
grundsolide Kostenrechnung bis hinunter zum Toilettenpapier fuer
seine Ich - AG (und natuerlich fuer sich) aufzumachen. Und am besten
die Foerderung nicht mit einzuberechnen. Ein Pessimist wird nie
enttaeuscht. |