cego - 
geschichte

 Norman Oelker

 

Cego, ein Kartenspiel aus Baden

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Cego Geschichte

"Meine ersten oeffentlichen Studien mit ,Skis und Bagad‘ machte ich im ,Obern Prinz‘, einem feinern Bierlokal, das meist von oesterreichischen Offizieren besucht war. Ich erinnere mich noch lebhaft jenes Samstag­nachmittags im Herbst 1855, da ich das erste Bierzego mitmachte. Die Mutter hatte mir am Tage zuvor einen gekochten Schinken geschickt, und den opferte ich als erste Hekatombe dem ,Skis‘. Er ward auf dem Zimmer des Obersextaners Wickert, des schoensten Studenten von damals, der spaeter beim Leibregiment Faehnrich war und dann verschwand, verzehrt und hernach wurde zum ,Zego‘ im ,Prinz‘ geschritten . Von jetzt an bis zum zweiten Jahre meiner Universitaetsstudien blieb ich ein leidenschaftlicher Verehrer des Zegospiels. Sowohl in Rastatt als in den Ferien wird fast taeglich ,getrockt‘, und unzaehlige freie Nachmittage sass ich als Sextaner mit Freunden auf irgendeinem Studtentenzimmer an der Murg und machte ,Geldzego‘, dem dann in der Regel ein Bierzego folgte, das den Abend verschlang".
(Heinrich Hansjakob, 1893)

Cego gilt als das badisches Nationalkartenspiel und hat seinen Namen von der Bedeutung, die der Talon ("Blinde") hat. Bei den meisten angesagten Spielen im Cego muss sich der Spielnehmer gleich wieder von den meisten der aufgenommenen Karten trennen und dafuer den gesamten Talon in sein Blatt uebernehmen – er spielt sozusagen blind. Blind heisst auf Portugiesisch cego, auf Spanisch ciego, auf Italienisch cieco, daher der Name. Es besteht eine Theorie, nach der Cego spanische Wurzeln hat und von badischen Soldaten zurueck in die Heimat gebracht wurde. Dies muss man jedoch etwas differenziert sehen. Die iberische Halbinsel gehoert zu den wenigen Regionen Europas, in denen nie Tarock gespielt wurde. Von daher kann das Spiel an sich also nicht gekommen sein. Wahrscheinlich ist, dass badische Soldaten, welche durch den Umstand des Vasallentums ihres Grossherzogs gegenueber Napoleon I. nach Spanien gekommen waren, dort ein Spiel namens L´Hombre kennenlernten und dessen Eigenarten - u.a. das hauptsaechliche Spielen mit dem Blinden - mit Tarock kombinierten und mit ihren Tarockkarten spielten. In einer komplizierteren Version dieses Spiels, die in Spanien Tresillo genannt wird, gibt es aehnliche Spielansagen wie im Cego. Cego zaehlt zur Familie der Tarockspiele und dies nicht nur in Bezug auf das Kartenblatt sondern auch hinsichtlich eines nicht einheitlichen Regelwerks. Von Region zu Region bzw. Landstrich zu Landstrich kann es abweichende Regelungen geben.