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Wie
man zum Cego kommen kann Meine fruehesten Erinnerungen an dieses Kartenspiel
reichen ins zarte Alter von knapp 4 Jahren zurueck. Zusammen mit
meinen Eltern war ich in meiner Jugend des oefteren in einer Kleingartenvereinskantine
zu Besuch, welche von meiner Patentante gefuehrt wurde. Dieser Laubenpiepertreff
lag (bzw. liegt, die Vereinskantine existiert immer noch) am Gueterbahnhof
von Freiburg. Versehen mit einem Spielplatz und umgeben von Schrebergaerten
war die Lokalitaet fuer Kinder ein optimales Refugium. Ringsum Gruen
und die Gaerten mit einem Areal kleiner Bewaesserungsbaeche durchzogen
- als Kind konnte man es da schon aushalten und die Alten hatten
immer einen Grund, wenn es nicht gerade regnete, den Nachwuchs aus
der "Rettichbar" (der Name des Vereinsheimes) in die Natur
zu entfernen. Selbstverstaendlich nie aus Eigennutz sondern nur
zum gesundheitlichen Wohl und Frommen des Nachwuchses, dem frische
Luft grundsaetzlich nicht schaden konnte. Innerhalb der
nicht sehr stabilen Waende des Vereinslokales (ein massiver Bau
kam erst in spaeteren Jahren, in den Anfangsjahren musste man sogar
das Lokal verlassen, um auf die Aussentoilette zu gelangen - "Ausgang
rechts, dann wieder rechts, zwei Tueren, nicht die falsche nehmen")
wurde damals regelmaessig Zego gespielt. Fuer mich als einen, der
noch nicht einmal richtig ueber den Tisch schauen konnte, eine Faszination.
Ernstzunehmende Erwachsene, die mit grossen, bunten Bildern spielten,
dabei nur herumsassen, nicht allzuviel redeten, ausser, wenn sie
alle Bilder auf den Tisch gelegt hatten und sie dann wieder einsammelten,
um sie neu zu verteilen. Dann ergoss sich meist ein Wortschwall,
der fuer mich auch genau so gut in Chinesisch haette gefuehrt werden
koennen. Das Verstaendnis waere dasselbe gewesen. Also waren diese
bunten Karten das Objekt meiner Begierde. Gespielt wurde damals
meist mit einem Schmidt-Blatt. Fuer Leute meines damaligen Alters
das reinste Bilderbuch, insbesondere die Trucks. Im speziellen hatte
es mir aber der Stiess mit seiner Mandoline angetan. War ausgegeben
worden, ging ich hinter den Spielern entlang und besah mir die Karten.
Sofern mein Lieblingsbildchen nicht im Blinden war und ich es entdeckt
hatte, rannte ich meist zu meiner Mutter, um ihr lautstark mitzuteilen,
wo ich den "Gitarrenmann" diesmal wieder entdeckt haette.
Es war eine Zeit, wo ich bei den Zegospielern in der Rettichbar
unheimlich beliebt war. Auch meine Mutter fand dies sehr vergnueglich,
zumal man sie irgendwann von Seiten der Spielerschaft unisono aufforderte,
doch gefaelligst dafuer Sorge zu tragen, dass ich dem Spieltisch
fernbliebe. Im Laufe der Jahre wurde mein Mitteilungsbeduerfniss
bezueglich einer bestimmten Spielkarte dann wieder geringer und
ich wurde auch nicht mehr automatisch von Tischen entfernt, an denen
Zego gespielt wurde. Die Faszination fuer diese Karten und das damit
verbundene Spiel blieb aber. Irgendwann im Alter zwischen 10 und
12 hatte ich mir mit Hilfe einer Spielanleitung, welche den Schmidt-Karten
beigelegt ist, die Regeln des Zego selbst beigebracht. Von da an
war die Aufmerksamkeit, die ich den Spielen in der Rettichbar schenkte,
natuerlich von einer anderen Qualitaet. Die Kantine oeffnete in
der Regel nachmittags. Es war nicht selten, dass man aeltere, gesetzte
Herren an schoenen, sonnigen Tagen im Dunst und Halbdunkel des Vereinslokals
stundenlang, mitunter bis in die Abendstunden beim Zego beobachten
konnte. Da sass man dann und spielte eine Runde nach der anderen
bei einer Zigarre nach der anderen und einer Rotweinschorle oder
einem Viertel Wein ueber die ganze Zeit. Letzteres nicht gerade
zur Freude meiner Patentante in ihrer Funktion als Wirtin. Die Spiele
wurden stets ernsthaft kommentiert und wehe dem, der sich einen
allzu ernsthaften Fehler in einem Spiel erlaubte. Solcherlei wurde
noch nach Wochen wieder hervorgekramt. Schliesslich ging es auch
um immense Betraege. Es kam nicht selten vor, dass ein stolzer Gewinner
mit 12 oder gar 20 Pfennig Gewinn, muede aber gluecklich und mit
dem Gedanken, es den anderen wieder einmal richtig gegeben zu haben,
in den Abendstunden nach Hause trottete. Als Jugendlicher fing ich
dann selbst aktiv mit dem Zegospiel an und bin dieses Kartenspiels
bis heute nicht ueberdruessig geworden. Wie man sieht, eher im Gegenteil. |