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Einiges in einer Form erzaehlt,
wie es so aus Platzgruenden nicht in den Lebenslauf bzw. ein Qualifikationsprofil
passen wuerde. Die Reihenfolge ist chronologisch.
Erste berufliche
Ausbildung: Im Alter von 14 Jahren begann ich eine Ausbildung
als Lebensmitteleinzelhaendler in meiner Heimatstadt Freiburg. An
dieser Stelle ist es vielleicht schon angebracht, etwas weiter auszuholen.
Die 14 ist kein Schreibfehler. Ich gehoerte zu der gluecklichen
(oder auch nicht) Schuelergeneration, die das damalige Phaenomen
Kurzschuljahre mitmachen durften. Ich besuchte die Hauptschule und
verliess diese durch diese Umstaende mit Abschluss im achten Jahr.
Ja, tatsaechlich: Damals konnte man als Hauptschueler noch einen
kaufmaennischen Beruf erlernen. Dazu musste man noch nicht einmal
der Klassenbeste sein. Meine Ausbildungsstaette war bei einem privaten
Haendler. Es wurde noch offene Sahne und offene Milch verkauft.
Letztere wurde ueber eine Stahlwendeltreppe in das im Keller befindliche
Kuehlhaus transportiert. Ich habe es tatsaechlich in den drei Jahren
nicht einmal geschafft, die jeweils 50 Liter Milch ohne Kanne in
den Keller zu bringen. Man durfte noch Faecherwaagen beherschen,
die Registrierkassen verdienten diesen Namen noch und hatten sogar
noch eine Handkurbel, um Stromausfaellen wuerdig entgegenzutreten.
Nach zwei Jahren hatte ich mein erstes Papier mit einem IHK Stempelabdruck,
nach einem weiteren das naechste. Ich war 17 Jahre alt, war gelernter
Einzelhaendler und hatte zu ueberlegen, wie es weitergehen sollte.
In den ´70ern konnte man sich ja noch der Illusion hingeben,
man haette mit einem Berufsabschluss etwas fuers Leben gelernt.
Schulische
Weiterbildung: Ich entschied mich im Anschluss an die Berufsausbildung
zunaechst einmal nicht fuers Geldverdienen, sondern fuer eine Weiterbildung.
Solcherlei Anfaelle kehren bei mir seitdem immer wieder in gewissen
zeitlichen Abstaenden. Im Zeitraum von einem Jahr erlangte ich die
berufsbezogene Fachschulreife. Waehrend dieser Zeit wurde ich volljaehrig
und sah somit wie die meisten maennlichen Vertreter der Gesellschaft
ein Problem in Form von damals Deutschlands groesster Firma auf
mich zukommen. Um dieses Problem etwas transparenter zu gestalten,
begab ich mich freiwillig zur Musterung. Mit dem vergnueglichen
Bescheid, dass Aufgrund der aktuellen Bedarfsdeckungslage der Streitkraefte
eine Mitarbeit meinerseits auf absehbare Zeit nicht vorgesehen war,
nahm ich eine neue Stellung an, suchte mir eine Wohnung und zog
aus dem elterlichen Domizil aus.
Wehrdienst:
Die aktuelle Bedarfsdeckungslage der Streitkraefte schien damals
alle viertel Jahre zu wechseln. So kam ich etwas ploetzlich zu einer
neuen Beschaeftigung und einer netten Unterkunft in Form eines 8-Bett
Zimmers (wovon gluecklicherweise nur 7 belegt waren) im schoenen
Kempten im Allgaeu. Es gibt Leute, die bezahlen fuer Wintersport.
Mein damaliger Wintersport von Januar bis Maerz in Kempten wurde
mir - wenn auch in bescheidenem Rahmen - sogar noch verguetet. Neben
Fertigkeiten in San-Mat-Logistik, Sanitaetswesen und natuerlich
etlichen destruktiven Fertigkeiten erlernte ich ganz nebenbei die
Fertigkeit, mich auf Brettern durch den Schnee zu bewegen. Die Kemptener
moegen mir verzeihen, dass ich trotz allem ihren schoenen Ort nur
durch die Erinnerung an einige ausgefallene Kneipen, 1 1/2 Meter
Schneehoehe (ich messe 1,70) und den damaligen Kampfanzug Winter,
unter Eingeweihten auch liebevoll "Filzlaus" genannt,
im Gedaechtnis behalten habe. Um die Zeit fuers Vaterland vor allem
finanziell etwas sinnvoller zu gestalten, verlaengerte ich meine
Dienstzeit freiwillig auf zwei Jahre.
Selbständigkeit:
Nach meiner Armeezeit beschaeftigte ich mich einige Jahre mit
dem Vertrieb von Waren, die nicht unbedingt jeder braucht, die sich
aber dennoch verkaufen lassen. Wochenmaerkte in laendlichen Gegenden
sind hierfuer ein dankbarer Markt. Ein Renner in jenen Tagen waren
klobige zehn-Farben Kugelschreiber. Unmoeglich in der Hand liegend,
aber wen stoerte das. Man hatte ein Geraet mit zehn verschiedenen
Farben und der Nachbar hatte es nicht. Letzteres war insbesondere
fuer das Jungvolk ein Kaufargument. Irgendwann hatte dann auch der
letzte Rentner einen ueber Kopf schreibenden Kugelschreiber fuer
das Kreuzwortraetsel im Bett, die Winter auf einem Wochenmarkt sind
auch nur etwas fuer wirkliche Fans und ich sah mich nach einem anderen
Broterwerb um.
Umzug nach Berlin:
Was tun war die Frage, die sich mir stellte. Ich erinnerte
mich an etliche Verwandte und Bekannte in Berlin und beschloss,
meinen Wirkungskreis aus Sueddeutschland heraus zu verlegen um die
Insel der Freiheit im roten Meer mit zu verteidigen. Na gut, eigentlich
mehr wegen der Berlin-Zulage. Berlin war mir nicht fremd. Zum ersten
Mal war ich im Alter von 1 1/2 in der freien politischen Einheit
West-Berlin - Jargon der anderen Feldpostnummer - gewesen. Ich fing
an, meine Broetchen wieder im Lebensmitteleinzelhandel zu verdienen,
heiratete zwischendurch eine Norddeutsche, die es auch in die Baerenstadt
verschlagen hatte und begann, sesshaft zu werden. Bei dem Unternehmen,
bei welchem ich angestellt war, diente ich mich bis zum Filialleiter
hoch. In diesem Beruf muss man ein wenig rechnen koennen, und so
erlaubte ich mir, dies auch einmal privat zu tun. Aufgrund des Ergebnisses
dieser Rechenuebung, welches dergestalt ausfiel, dass wir bemerkten,
dass meine Frau mit weniger Stress, weniger Aufwand und soweit ich
mich erinnern kann, mit mehr Vergnuegen und ueberhaupt mit mehr
Vergnuegen in der Lohntuete nach Hause kam und Aufgrund der Tatsache,
dass meiner Frau und mein erstes Kind auf der Weltbuehne erschienen
war, beschlossen wir, dass ich in Zukunft Heim und Herd hueten sollte,
bis wir unsere Tochter auf die Menschheit loslassen konnten.
Hausmann und Weiterbildung:
Damit es mir in meinem Vaterschaftsurlaub nicht ganz so gut
ging, fing ich mit einer Weiterbildung zum Handelsfachwirt an. Diese
Weiterbildung war eigentlich fuer Berufstaetige gedacht, und so
fand ich mich an zwei Abenden pro Woche nach Abloesung durch meine
Frau mit mehr oder minder erschoepften Mitmenschen zusammen und
vergnuegte mich mit kaufmaennischer Weiterbildung. Nach zwei Jahren
hatte ich mal wieder einen IHK-Stempelabdruck mehr und begab mich
solchermassen motiviert wieder ans Geldverdienen.
Marktleiter:
Ich verdingte mich wieder im Lebensmitteleinzelhandel. Ich
war bei einem anderen Unternehmen untergekommen und nannte mich
jetzt auch nicht mehr Filialleiter, sondern Marktleiter. Irgendwie
kam ich mir damals vor, wie der Vertreter, der zum Aussendienstler
avanciert ist. In dieser Zeit zogen wir innerhalb Berlins um, genauer
vom Wedding nach Steglitz, wo wir bis vor kurzem noch logierten,
ehe unsere dortige Hausverwaltung aus dem Ruder lief. Zwischenzeitlich
hatte sich unsere Familie um ein weiteres Mitglied, diesmal maennlich,
erweitert. Danachl uebernahm meine Frau den Part des Zuhausebleibens.
Aussendienst, Verkaufsfoerderer:
Kurz nach der Wende fand auch ich es an der Zeit, fuer mich
eine berufliche Aenderung vorzunehmen. Ich nahm ein Angebot ueber
einen neuen Job als Verkaufsfoerderer an. Weniger Geld, dafuer aber
Aussendienst teilweise quer durch die neuen Bundeslaender, Spass
bei der Arbeit und bei den Spesen, auch wenn es nicht zum Spesenritter
reichte, Kennenlernen jedes zweiten Baumarktes in den NBL und nebenbei
eine erhebliche Erweiterung des Horizonts in den Bereichen Lacke
und Farben. Im Laufe der Jahre wurde es mit dem Nachlassen des Booms
etwas ruhiger und ich hatte wieder hauptsaechlich in Berlin
zu tun. Irgendwann entschloss sich mein Broetchengeber, auf einer
anderen Hochzeit zu tanzen und das Unternehmen drastisch zu verkleinern.
Sehr originell fand ich das damals nicht, da ich zu diesem Zeitpunkt
gerade am Ende des zweiten Semesters eines BWL-Fernstudiums war,
welches ich aus finanziellen Gruenden dann an den Nagel hing. ich
suchte mir also etwas Neues.
Aussendienst,
Akquisiteur: Die Suche nahm ein halbes Jahr in Anspruch.
Danach erlaubte ich mir, meinen beruflichen Lebenslauf mit einem
kleineren Intermezzo als Akquisiteur in der Gebaeudereinigungs-
bzw. Dienstleistungsbranche zu verzieren. Leuten, die die Branche
kennen, brauche ich wahrscheinlich nichts zu erzaehlen. Kurzum -
nach einem halben Jahr war dieses Intermezzo zu Ende und ich stellte
Ueberlegungen an, wie ich weitere kurzfristige Verzierungen meines
beruflichen Werdegangs vermeiden konnte.
Weiterbildung,
Fachkraft Aussenhandel: Die Loesung fand sich in Form einer
Weiterbildungsmassnahme in Richtung Aussenhandel, eine Sparte, mit
der ich bis dato noch nichts am Hut hatte. Das Schulbankdruecken
dauerte ein Jahr lang und ich schloss den Lehrgang erfolgreich ab.
Es wahr ein recht geruhsames Jahr, welches mit allerlei Auffrischungen
und Zuwaechsen meines beruflichen Wissens verbunden war. Der Umstand,
dass sich die Schulungsstaette nach dem Fruehstueck in einem gemuetlichen
kleinen Spaziergang erreichen liess, tat ein uebriges.
Projektmanager,
Aussenhandel: Nach dieser Weiterbildung arbeitete ich in
einem Unternehmen, welches sich u.a. mit Aussenhandel beschaeftigte,
vornehmlich in Richtuing Russische Foederation. U.a. deswegen, weil
zu den Sparten des Unternehmens zeitweilig auch solche Taetigkeiten
wie Sponsorensuche fuer Orchester gehoerten oder die Mitorganisation
und Sponsorensuche fuer das Eroeffnungsevent fuer Kino in der U-Bahn,
um nur zwei der etwas exotischeren zu nennen. Der Schwerpunkt lag
allerdings im Aussenhandelsvertrieb von Lademaschinen, Baggern,
Radladern und aehnlich nuetzlichen Dingen, die man braucht, um andere
Dinge zu bewegen, die ansonsten das menschliche Rueckgrat doch allzusehr
belasten wuerden. Von Kunst bis Bagger durfte ich mich gut 1/2 Jahrzehnt
mit allerlei Dingen vergnuegen. Aufgrund der Groesse der Firma konnte
ich mich als Maedchen fuer alles bewaehren, was mir insbesondere
im EDV-Bereich alles andere als schlecht bekommen ist. Da aber alles
im Leben einmal ein Ende hat, ging ich wieder einmal meinem Hobby
der Neuorientierung nach.
Trainingsmaßnahme
Dozent: Die Arbeitsmarktlage im Jahre 2003 mutierte in
unseren bluehenden Landschaften immer mehr zu einer Spielwiese fuer
Zyniker und Lebenskuenstler. Ich erinnerte mich an meine reichlich
erworbenen EDV-Kenntnisse in meiner letzten Stellung und griff zu,
als eine Trainingsmaßnahme zum IT-Trainer/Dozent an mir vorbeischwebte.
Jeder qualifiziert sich bekanntlich so lange, bis er nicht mehr
vermittelbar ist. Solcherlei Sprueche schreckten mich allerdings
nicht, hatte ich doch schon ganz andere verinnerlicht, wie z.B.
-wer nichts wird, wird Wirt- in meinem Fall Fachwirt. Wobei ich
es allerdings haette schlimmer treffen koennen, waere mir bei meinem
BWL Studium nicht die Grundlage ausgegangen. Ich begann, aus der
Not eine Tugend zu machen und betaetige mich - wenn auch in zunaechst
bescheidenem referenzsammelnden Rahmen, welchen mir das Arbeitsamt
liess - als freiberuflicher Dozent im Bereich EDV/EDV-Anwendungen.
Letzter Stand
Nach einem kurzen
Intermezzo bei einer PSA, welches für mich zwar eher hinderlich
als nuetzlich war, aber die paar verbliebenen Steuerzahler in dieser
Republik immerhin ein rundes Suemmchen gekostet haben duerfte, nahm
ich eine Stellung als Teamleiter in einem Merchandisingunternehmen
an. Für Eingeweihte - ich nahm an, nicht die PSA. Kassieren
durften sie trotzdem. Nebenbei widme ich mich immer noch meinem
schon fast beinahe-Hobby EDV nebenberuflich und betreute zwischendurch
eine Schule in Neukoelln als IT-Beauftragter.
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